Auf dem Weg ins Leben

An der Schule am Sportpark wurden am vergangenen Freitag 143 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 entlassen. Die Werner-Borchers–Halle war bis auf den letzten Platz besetzt, als das Abendprogramm bei tropischer Hitze startete.

In ihrer Ansprache verglich die Direktorin  Frau Adam den Werdegang der Jugendlichen mit einer Bergtour. Ausgerüstet von den Eltern mit einem Proviantrucksack und passendem Schuhwerk seien sie als Kinder im Tal gestartet. Im steileren Gelände seien Lehrer als Bergführer hinzugestoßen, die Ausrüstung musste bis zum Gipfel mehrfach angepasst werden.  In der Felsregion seien Kinder zurückgefallen, hätten sich verlaufen oder etwas mehr Pausen benötigt als andere. Doch alle könnten stolz sein, mit Hilfe ihrer Bergführer einen Gipfel erreicht zu haben, um von dort aus zu neuen Abenteuern aufzubrechen. Dass nicht jeder ganz nach oben kam – auch das gehöre dazu, wichtig sei allein, dass niemand ohne Abschluss bleibe. Sie sprach den Schülern Mut zu, nun ihren weiteren Lebensweg in die eigenen Hände zu nehmen und sich auf die Reise ins Leben zu machen. Dazu habe die Schule sie gut gerüstet und vorbereitet. Dies zeigt vor allem die Abschlussbilanz, die die Schulleiterin präsentieren konnte.

Von den 100 Jugendlichen aus dem Jahrgang 10 haben 45 einen Realschulabschluss und 55 die Zulassung zur gymnasialen Oberstufe erreicht. Viele werden sich am Gymnasium oder dem BSO in Michelstadt auf den Weg zum Abitur machen, viele anderen werden aber auch einen Beruf erlernen. Unter den 43 anderen Absolventen erhielten 39 einen Hauptschulabschluss mit der Möglichkeit, in der zweijährigen Berufsfachschule die Mittlere Reife zu erreichen. Allein 19 aber gehen sofort in eine Ausbildung und nutzen das Angebot weiterführender Schulen nicht. Für die besten Abschlüsse stehen Daniel Babikov (bester Hauptschulabschluss aus der Förderschule Lernen) und Jakub Rusek mit dem besten Hauptschulabschluss (Durchschnittsnote  1,9). Hervorragende qualifizierende Realschulabschlüsse erhielten mit dem tollen Notenschnitt von 1,2 Nele Weilemann und David Nassos, den besten direkten Übergang in die gymnasiale Oberstufe schaffte mit der Traumnote 1,3 Anna-Lena Brohm.

Umrahmt von Sketchen und erheiternden Szenen der Klassen wünschte auch Bürgermeister Harald Buschmann den Schülerinnen und Schülern alles erdenklich Gute, vor allem aber Vertrauen in ihre Mitmenschen und die eigenen Kräfte. Die Elternbeiratsvorsitzende Nadine Haßler überbrachte gute Gedanken und die Klassenlehrer erinnerten sich in einem fiktiven Gespräch anlässlich der Studienreise nach Berlin an schöne Momente aus der gemeinsamen Schulzeit. Die Schulsprecherin Esma Vural dankte Lehrern und Eltern und bat alle Mitschüler, den Müttern als Dankeschön eine Rose zu bringen, was zu manch einer Träne in den Augen der erstaunten Eltern führte. Ines Sawadski überraschte die Gäste danach mit dem Lied „Halleluja“ zu Ehren und zum Gedenken an den verstorbenen Gerhard Müller, den Sozialarbeiter der Stadt Erbach.

Zum Schluss erhielt ein überaus engagierter, fleißiger und stets hilfsbereiter junger Mann den „Sozialen Preis“ der Schule: Jakub Rusek. Er war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde und vertrat damit in hervorragender Weise die Ziele, die sich die Schule am Sportpark setzt: Idealismus, Verantwortungsbereitschaft, Engagement und eine gute Schulbildung.

Die Feier endete mit einem Liedbeitrag aller Abgänger des Jahres 2017.

„Wenn die Menschen ihr eigenes Schicksal mit beeinflussen können, wachsen ihnen Flügel“
(Heinz Goldmann, schweizerischer Schriftsteller)

Dieses Dokument wurde erstellt am 22.07.17 durch Anika Knapp.
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