Artikel im Wirtschaftsteil des Odenwälder Echo

Unter dem Titel "Die Jugendlichen in der Schule abholen" wurde am Samstag, den 19.03.2011, im Wirtschaftsteil des Odenwälder Echo die neue Strategie der Industrie- und Handelskammer Darmstadt gegen den Fachkräftemangel vorgestellt. Hier wurde u. a. erwähnt, dass die IHK in Schulen die Einrichtung von "Zukunftswerkstätten" nach dem Modell der Schule am Sportpark anstrebt.

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„Die Jugendlichen an der Schule abholen“

Arbeitsmarkt: IHK stellt Strategie gegen drohenden Fachkräftemangel vor

DARMSTADT. 

„Höchste Eisenbahn“ ist es für den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, Hans-Peter Bach, etwas gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel zu unternehmen. Damit die Prognosen, dass in Südhessen pro Jahr durchschnittlich 27 000 Fachkräfte fehlen werden, nicht eintreffen, müsse man jetzt tätig werden, sagte Bach am Freitag.

In Darmstadt stellte Bach eine „Strategie gegen den Fachkräftemangel“ vor, mit der die Kammer dazu beitragen will, dass die Lücke an qualifizierten Mitarbeitern nicht so groß wird. Es gebe viele Stellschrauben, an denen dabei gedreht werden müsse, sagte Bach. Dabei sei es jedoch notwendig, dass alle Akteure zusammenarbeiteten, neben den Unternehmen seien auch Schulen und Schulträger gefragt sowie die Politik auf allen Ebenen, letztere beispielsweise durch bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und durch attraktive Wohnstandorte.

Die Unternehmen müssten die Jugendlichen an der Schule abholen, sagte Bach. Um bei Hochschulabsolventen im Wettbewerb mit den Großunternehmen mithalten zu können, sollten kleine und mittlere Betriebe verstärkt auf die Möglichkeit des dualen Studiums setzen. Bei Schülern mit Hauptschul- oder mittlerem Bildungsabschluss gelte es, diese besser über Berufsbilder zu informieren. Dazu müsse die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben gestärkt werden.

Die IHK will deshalb die weiterführenden Schulen im Kammerbezirk bei der Einrichtung einer „Zukunftswerkstatt“ nach dem Modell der Schule am Sportpark in Erbach unterstützen. An der Hauptschule in der Odenwaldstadt können die Schüler in einem speziell ausgestatteten Raum ihre Fertigkeiten und Kenntnisse testen, bei der Abfassung von Bewerbungsschreiben auf eine entsprechende Software zurückgreifen und sich über Betriebe aus der Re gion informieren, die sich auf Infotafeln vorstellen. Durch solche Projekte würden die Schüler motiviert und könnten sich bei ihrer Berufswahl auch besser orientieren, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein. Die Betriebe wiederum hätten leichteren Zugang zu potenziellen Nachwuchskräften. Mit der Zukunftswerkstatt habe die Schule den Anteil der Jugendlichen, die unmittelbar nach dem Abschluss einen Ausbildungsplatz gefunden hätten, auf 60 Prozent gesteigert, so Vetterlein. Landesweit seien es 20 Prozent.

Allerdings verfügten nicht alle Schulabgänger über die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen für eine Berufsausbildung. Solche „schulischen Warteschleifen“ seien zwar gut gemeint, aber teuer, sagte Vetterlein. In einem Modellprojekt zur Nachqualifizierung sollen die Chancen solcher Jugendlicher auf eine Ausbildungsstelle verbessert werden.
Ein weiterer Ansatzpunkt, dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist es für die IHK, mehr Schüler für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen. Man müsse die Jungen und Mädchen schon frühzeitig neugierig machen auf den sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik).

Dieser Text wurden zitiert von http://www.echo-online.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftsuedhessen/-Die-Jugendlichen-an-der-Schule-abholen;art1155,1696580 (23.03.2011)

Dieses Dokument wurde erstellt am 23.03.11 durch Christoph Kabrhel.
Die letzte Bearbeitung erfolgte am 05.02.12 durch Christoph Kabrhel.