Schule am Sportpark im Wahlfieber!

Alle Jahrgänge der Schule am Sportpark konnten Ende September 2021 Demokratie erleben: Die Jahrgänge 5-10 nahmen an der Wahl zum stellv. Schülersprecher teil und darüber hinaus simulierten die Jahrgänge 7-10 originalgetreu die Bundestagswahl 2021. Initiiert wurde das Projekt von Sibel Demmel, Fachschaftsleiterin Gesellschaftslehre der Schule am Sportpark. Im Unterricht wurde sie immer wieder von Schülern gefragt, ob Wahlen in Wirklichkeit genauso ablaufen würden, wie die Klassensprecherwahlen, die sie regelmäßig in der Schule durchführen würden. Als sie im vergangenen Schuljahr den Flyer der Juniorwahl in den Händen hielt, wusste sie sofort, dass das eine einmalige Chance für die Schüler ist, sich politische Themen nicht nur theoretisch zu erarbeiten, sondern selbst politische Partizipation zu erleben und somit die Grundlage für späteres politisches Interesse und gemeinnütziges Engagement zu legen. Wählen zu gehen ist in Deutschland ein Grundrecht, weshalb es für die Schule am Sportpark auch nicht in Frage kam, nur einzelne ausgewählte Klassen an der Wahl teilnehmen zu lassen. Aus diesem Grund wurde die Juniorwahl aufgrund ihrer komplexeren Inhalte in den höheren Jahrgangsstufen umgesetzt und die jüngeren Schüler wurden in Absprache mit den SV-Lehrern, Frau A. Schäfer und Herr Feldmann, aufgefordert, die Wahl zum stellvertretenden Schülersprecher ebenfalls im Rahmen der Juniorwahl durchzuführen.

Da das Projekt Juniorwahl auf zwei Hauptsäulen basiert, der unterrichtliche Einbindung und einer originalgetreuen Wahlsimulation, war es unabdingbar, dass auf der einen Seite die GL-Lehrerinnen und Lehrer binnen weniger Tage und immer auf tagespolitische Entwicklungen abgestimmt, den Lehrplan für das Schuljahr 2021/20222 anpassen mussten und auf der anderen Seite ein Wahllokal samt Wahlkabinen, verplombter Wahlurne, Wahlregister und Wahlscheinen bereitgestellt werden musste. Vom 20.-25.09.2021 hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit mit ihrem Wahlschein in das extra eingerichtete Wahlbüro im Haus der bunten Fantasie zu gehen und dort in einer der drei Wahlkabinen an der geheimen Juniorwahl zur Bundestagswahl und Wahl zum stellv. Schülersprecher teilzunehmen.

Die Juicepaper- ReporterInnen Jonas (9a), Berksan (9a), Tea (9b) und Sude (9b) fragten bei ihren Mitschülern nach, wie ihnen die Wahl gefallen hat. „Überraschend unspektakulär“, erzählte ihnen eine Achtklässlerin. „Ich war sehr aufgeregt, als ich in der Schlange vor dem Wahllokal stand, aber dann war es nach drei Kreuzen auch schon vorbei!“ Kevin und Jannik aus der 7a sind sich einig, dass es für sie interessant war, im Unterricht einmal einen Wahlzettel zu sehen und zu erfahren, dass es mehr als nur fünf Parteien gibt.  Ihre Mitschülerin Alina ergänzte, dass auch wenn man sich nicht für Politik interessiere, käme man nicht umher in den Sozialen Medien und diversen Apps mit „Fakten“ rund um die Bundestagswahl, die Parteien und einzelnen Kandidaten bombardiert zu werden und es anstrengend sei, diesen (Fake-)News auf den Grund gehen. Da haben die Unterrichtsgespräche, Surftipps und angeleiteten Diskussionen in der Schule geholfen, nicht den Überblick zu verlieren. Schüler aus dem achten Jahrgang berichteten stolz, wie sie ihren Eltern den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme erklären konnten und ein Mitschüler aus der Juicepaper Redaktion berichtete von einer leidenschaftlichen Debatte über das Wahlalter am heimischen Abendbrottisch. Er habe wichtige Einblicke in die Politik erhalten und wolle sich nun auch aktiv bemühen, dass seine Stimme, seine Ideen für die Zukunft zählt. Farah und Lina (7a) finden es bemerkenswert, dass die Wahlergebnisse der Juniorwahl im Odenwaldwaldkreis teils identisch mit denen der Erwachsenen sind, auf Bundesebene aber deutlich wurde, dass die Jugendlichen andere Interessen verfolgen als die über 18-jährigen.Jonas selbst fragt sich, wie es nun nach der Wahl weiter geht und ist darauf gespannt, wie sich die Parteien zusammen finden werden. Die Schüler sind sich einig, dass dies ein Thema ist, das uns vermutlich im Unterricht noch etwas begleiten wird.

Ohne das Engagement von Frau Demmel und des 9. Jahrgangs als Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, allen vorweg die Klassensprecherinnen und Klassensprecher, wäre das Projekt Juniorwahl undenkbar gewesen. Für sie wurde Politik als Wahlhelfer noch einmal auf einer völlig anderen Ebene erfahrbar. Zu je drei Schülern waren sie eine Schulstunde für das Wahllokal zuständig, mussten Wahlscheine überprüfen, die geduldig die Wahlzettel erklären und darauf achten, dass alles mit rechten Dingen vonstattenging. Am Ende wurde unter Aufsicht von Frau Demmel mehrfach ausgezählt und das Ergebnis an die zentrale Organisationsstelle in Berlin übermittelt. Ein besonderer Dank gilt dabei insbesondere der Klasse 9a: Sie fassten die komplexen Wahlinhalte der Parteien für ihre Mitschüler verständlich auf Plakaten im Schulgebäude zusammen und informierten darüber hinaus über den eigentlichen Wahlvorgang sowie die Notwendigkeit mit der eigenen Stimme für seine Meinung auf bei einer Wahl einzustehen. Darüber hinaus präsentierten die Klassensprecherinnen Yana und Julia die Wahlergebnisse der Schule am Sportpark sowie der Juniorwahl 2021 der Schulgemeinde.

Stellvertretend für den ganzen Jahrgang wurden am 27.09.2021 die Klasse 9a mit den Klassensprecherinnen und Klassensprechern Jahrgang 9 von Schulleiterin Vesna Schmitz sowie von Oliver Grobeis, erste Kreisbeigeordneter und Schuldezernent, urkundlich geehrt. Als Aufwandsentschädigung erhält der komplette Jahrgang einen Wandertag in diesem Schuljahr, den sie nach ihren Vorstellungen gestalten dürfen.