Kreisentscheid Vorlesewettbewerb

Lesen Sie hierzu einen Artikel des Odenwälder Echo von Thomas Wöhlert vom 20.02.2010. Weiter unten auf dieser Seite gibt es außerdem ein paar Fotos vom Vorlesewettbewerb.

Eintauchen in die Welt der Worte

Vorlesewettbewerb - Textverständnis und Lesetechnik sind gefragt beim Kreisentscheid in der Schule am Sportpark

Erbach. Da sitzen sie nun. Und plötzlich ist die Nervosität doch da. Dabei haben sie sich eigentlich vorgenommen, Ruhe zu bewahren. Haben "ihren Text" zigmal wiederholt. Mal leise, mal laut. Vor Geschwistern, Eltern, der besten Freundin vielleicht. In der Schule, unterwegs, zuhause. Fast schon auswendig gelernt haben sie die knapp fünfminütige Passage. Flüssig, ohne zu stocken sind ihre Augen über die Worte gefolgen, die Stimme hat sie mitgenommen, bevor sie eingetaucht sind, in ihre Lieblingsgeschichte. An der Betonung wurde immer wieder gefeilt, die Worte wollten sie leben. Den Zuhörer mitnehmen auf eine Reise hinter die Welt der Buchstaben in das Reich der Fantasie. Oder wie es die Leiterin der Schule am Sportpark, Heidi Adam, so treffend beschrieb:"Den Fernseher im Kopf einschalten." Und nun sitzen sie vor Mitschülern, Zuschauern und vor allem vor der Jury. Und sie sind doch ein wenig nervös.

Ziel: Finale im Juni in Frankfurt

Viel haben sich die zwölf Schüler vorgenommen, um den Kreisentscheid beim 51. Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zu gewinnen und die nächste Runde zu erreichen auf demWeg ins Finale im Juni in Frankfurt. Seit 1959 wird der Wettbewerb vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet, er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Mehr als 700 000 Kinder aller Schularten beteiligen sich jährlich daran, über 600 Regionalwettbewerbe werden von Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen organisiert, um die besten Vorleser zu küren. Ziel: Die Kinder sollen ermuntert werden, sich mit erzählender Literatur zu beschäftigen und aus ihren Lieblingsbücher vorzulesen.In der Schule am Sportpark zählte es an diesem Donnerstag für die jungen Vorlesserinnen und Vorleser der sechsten Jahrgangsstufen. Dabei galt es vor allem, die sechsköpfige Jury zu überzeugen, in der neben der Hauptorganisatorin für den Odenwaldkreis, Frauke Schindelhauer-Kaufman, noch Vera Brinkmann (Gymnasium Michelstadt), Monika Grünthermann (Theodor-Litt-Schule), Beate Wallerius (Georg-August-Zinn-Schule), Carla Pollinger (Ernst-Göbel-Schule) und Kerstin Niederhaus (Schule am Sportpark) genau hinhörten. Aus drei Gruppen ermittelten sie die Kreisbesten. In der Gruppe A waren die Hauptschüler vertreten, Gruppe B war Schülerinnen und Schülern der Föderstufe, Gesamtschule, Realschule und dem Gymnasium vorbehalten. Darin treten die Schulsieger aller weiterführenden Schulen des Odenwaldkreises an. Die Gruppe C vereint schließlich die Jungen und Mädchen der Förderschulen im OdenwaldkreisDabeigelten für alle die gleichen Kriterien: So werden die Lesetechnik, in der Lesefluss auf Punkt und Komma überprüft werden, Textgestaltung (Stimme und Betonung) sowie das Textverständnis bewertet.Das weiß an diesem Nachmittag natürlich auch Patricia Sattig von der Georg-Ackermann-Schule in Breuberg. Unruhig wippt sie auf ihrem Stuhl, streicht sich durch die Harre. Dann ist sie endlich an der Reihe. "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" hat sie sich rausgesucht. Wenn dass mal kein böses Omen ist. Doch sie legt los wie der Besen des Zauberlehrlings, verhilft dem jungen Magier zu neuer Ausdruckskraft, wechselt Stimme und Stimmungen.

Aber die Konkurrenz ist stark die in diesem  zweieinhalb Stunden aus ausgewählten Textpassagen das Maximum herausholen will. Auch ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern ist die Anspannung anzumerken, auch sie müssen bei aller Nervosität klaren Kopf behalten und vor allem eine klare Aussprache: Denn neben der Wunschlektüre, quasi der Kür des Vorlesewettbewerbs, wartet im Pflichtprogramm ein Text, den die Kinder noch nicht kennen. Und der zeigt unbarmherzig Stärken und Schwächen der Vorleser auf, trennt die Spreu vom Weizen. Am ende kann es nur eine oder einen geben in einer Gruppe. Nach knapp drei stunden hatte die Jury dann die dann die Entscheidung getroffen, in der Gruppe A setzte sich Christian Neuberger von der Ernst-Göbel-Schule in Höchst durch, in der Gruppe B siegte Nico Zeltner, der ebenfalls von der EGS kommt, beste unter den Förderschülerinnen (Gruppe C)  wurde schließlich Katrin Gorr von der Georg-Ackermann-Schule aus Rai-Breitenbach.

 

Erstellt von: Andreas Karsten, Janosch Winkler und Philipp Schmitz, 12.04.2010