Kooperations- und Abenteuerparcour im Schulwald

Intention zum Projekt

5aFDas Bild von Schule und im speziellen von Klassen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Klassenstärken, Kooperationsfähigkeit und das Gruppenverständnis in Klassen haben sich verändert. So sehen sich Klassen nicht mehr als (Klassen)Gemeinschaft an. Im Gegenteil, jeder einzelne Schüler gestaltet seinen Schulalltag nur um sich herum, das Agieren, Spielen und Kooperieren mit Mitschülern rückt mehr und mehr in den Hintergrund des Schullebens. Der Schule am Sportpark boten sich die Gelegenheit diesem Prozess entgegen zu wirken.  Indem Kooperationsspiele im hauseigenen Schulwald durchgeführt werden sollten entstand die Idee eines Kooperationsparcours.

Planung des Projekts

 

Die meisten Planungsschritte flossen in das Erarbeiten und Erstellen des Konzeptansatzes, welcher der Schulleitung vorgelegt wurde mit ein. In diesem Ansatz wurde speziell ein Augenmerk auf die verschiedenen Spieltypen gelegt und welchen Schwerpunkt diese jeweils haben. So wurden:

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  • Kennenlernspiele 
  • Warming–up–Spiele
  • Wahrnehmungsspiele
  • Vertrauensspiele  
  • Kooperationsspiele 
  • Abenteuerspiele
  • Reflexionsübungen       

in diesem Konzeptansatz erläutert und dessen Bedeutung für den Kooperationsparcours erklärt.

 

 
 

Planung der Einheiten/ Einbeziehung der Lehrerinnen

Blick von obenJetzt ging es darum das Angebot des Kooperationsparcours in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Klassen im Schulwald zu installieren. Hier bot sich zuerst eine Förderklasse der Schule am Sportpark an. In dieser wurden zuvor schon viele Kooperations- und Geschicklichkeitsspiele durchgeführt. Diese jedoch mehr im Kontext des Schulgebäudes. Eine weitere Klasse die sich zur Verfügung gestellt hatte war eine Förderstufenklasse des Jahrgangs 5. Für die Förderklasse waren vorerst drei Einheiten angedacht, diese wurden in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin und dem Sozialpädagogen geplant. Für die Förderstufenklasse wurde nur eine Einheit angesetzt, diese wurde von mir in Absprache mit der Klassenlehrerin geplant.Bei den Einheiten der Förderklasse waren zwei der insgesamt drei Einheiten auf Kooperation ausgelegt. Die WippeIn diesen zwei Einheiten stand die Kooperation im Zentrum dieser Einheiten somit dominierten diese Spiele auch jene. In der dritten Einheit geht es darum das Vertrauen der Klasse untereinander zu stärken um den Klassenzusammenhalt zu verbessern. Die dritte Einheit wurde jedoch bis jetzt noch nicht durchgeführt. Bei der einen Einheit der Förderstufenklasse 5bF war das Ziel etwas anders, hier ging es darum, dass sich die Klasse kennen lernt. Dies auf dem Hintergrund basisierend, dass sie zum Zeitpunkt der Einheit im Schulwald erst seit drei Wochen als Klasse  an der SAS waren.

 

 

Ideale Zielvorstellung

Voll ins SchwarzeAls primäres Ziel, welches zu verbessern und zu stärken ist, gilt die Kooperationsfähigkeit. Teamarbeit ist ein Schlüsselmerkmal der kooperativen Abenteuerspiele. Fast alle Aufgaben und Spiele sind so angelegt, dass eine Zusammenarbeit der Teilnehmer unmittelbar notwendig ist. So steigt die Qualität der Spiele mit dem Niveau der Kooperation. Somit hat Kooperation einen praktischen- und nicht nur wie so oft einen moralischen- Stellenwert (vgl. Gilsdorf/ Kistner, Kooperative Abenteuerspiel 1). Jedoch darf dieser nicht unterschätzt werden, so können die kooperativen Abenteuerspiele als Gegenpol zu anderen Erfahrungsebenen, deren Hintergrund auf Konkurrenz oder ähnlichen Prinzipien  beruht,  verstanden und erlebt werden.Konfliktfähigkeit zu verbessern gilt als weiteres Lernziel, denn Konflikte tauchen bei den Spielen durch schwierige Entscheidungen, Zeitdruck, verschiedene Lösungstrategien oder mangelnden Ehrgeiz einzelner Teilnehmer auf. Zur weiteren Stärke der kooperativen Abenteuerspiele zählt es, dass sie einen spielerischen „als ob“ Charakter besitzen und somit distanziert zur Realität als Problemlösungssituation keine all zu bedrohlichen Ausmaße annehmen können. Des Weiteren ist die Gruppensituation als noch überschaubarer Rahmen zu sehen, welcher noch steuerbar und lenkbar erscheint. Helfen und sich helfen lassen sind weitere Lerngegenstände der kooperativen Abenteuerspiele. Sowohl bei dem Einsatz für Andere als auch bei der Bereitschaft, eigene Grenzen zu akzeptieren und Hilfe anzunehmen, lassen sich Defizite feststellen, bei denen nicht nur Erwachsene ihre Probleme haben. Das NetzIndem man Grenzen und Ressourcen spielerisch auslotet, lässt sich diese Grenzerfahrung leichter verstehen und  bewältigen. Viele Spielsituationen erfordern gerade die aktive gegenseitige Unterstützung der Gruppenmitglieder. Die körperlichen und seelischen Anforderungen der einzelnen Spieler variieren so, dass ein Nachteil in einer Situation durchaus ein Vorteil in einer anderen sein kann. Klare Rollenverteilungen werden dadurch normalerweise angezweifelt. Die Aufgaben können nur bewältigt werden, wenn alle Gruppenmitglieder ihre Fähigkeiten und Stärken zum Einsatz bringen. Eine wichtige Lernerfahrung ist daher, dass sich Anstrengung, Initiative und aktiver Einsatz lohnen. Anstelle der individuellen Belohnung steht die Verantwortung für die gemeinsame Aktion.

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Dieses Dokument wurde erstellt am 05.04.07 durch Anika Knapp.
Die letzte Bearbeitung erfolgte am 29.09.13 durch Anika Knapp.