"Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel" - ein Segeltörn auf der Ostsee

„Flieger“, „Klüver“, „Fock“, „Webleinstek auf Slip!“, „Klar Deck“, … - nein, das sind keine Wörter für ein geheimes Rätsel, das sind Fachbegriffe, die beim Segeln auf einem Traditionssegelschiff benutzt werden.Zusammenarbeit, Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen sowie Präzision sind die Dinge, die man beherrschen muss, wenn man dort segeln will. Dazu kommen noch eine riesige Menge an Spaß, Vergnügen und auch Abenteuerkitzel – Das alles haben sieben Schüler/-innen der Theodor-Litt-Schule und sechs Schüler/-innen der Schule am Sportpark vom 13.06.-18.06.2022 erleben und ausleben dürfen.

Durch die Organisation von Frau Lengfeld (SaS) und Herrn Kühlmann (TLS) konnten wir eine unvergessliche Woche auf dem Rennkutter Nobile verbringen.Der Rennkutter ist 38,50m lang und ca. 6,60m breit. Mit nur einem Mast von 36,0 m Höhe und fünf Segeln hat er eine gigantische Segelfläche von ungefähr 510m², die man an verschiedensten Tauen hochziehen muss. Ein gemeinschaftliches „Hoooooool weg!“ und vorher ein ergiebiges Frühstück ist dabei auf jeden Fall hilfreich.

   

An Bord des vom Förderverein alter Traditionssegler e.V. betriebenen Schiffs arbeitet eine sechsköpfige, ehrenamtliche Crew, die den „Trainees“ alles notwendige rund ums „Fieren“, „Festmachen“ und „Belegen“ zeigt. Wir hatten eine sehr nette, gut ausgebildete Crew, die uns immer gerne half und abends auch mit uns etliche Runden „Halli-Galli“ spielte.

Aufgeteilt in drei Gruppen, unseren „Wachen“, erledigten wir jeden Tag unterschiedliche Aufgaben an Bord, sei es eine Mahlzeit für 22 Personen zu zubereiteten, das Schiff zu reinigen oder auch nachts für je zwei Stunden Ankerwache zu gehen. Die zweite Nachtwachenschicht, die sog. Hundewache, war die anspruchsvollste. Wer steht schon gerne zwischen 2 und 4 Uhr morgens auf, bestimmt und errechnet mit Hilfe einer Peilscheibe die Position des Schiffes, checkt den Anker und ob das Ankerlicht noch immer gut sichtbar und auch sonst alles an Bord bei den 20 Leuten in Ordnung ist? Aber ein wärmender Tee und ein strahlender Sternenhimmel vor der deutschen Ostseeküste machten auch das zu einem faszinierenden Erlebnis.

Angefangen hat dies alles zunächst in unseren Schulen. Unsere Lehrer/-innen haben vor dem Segeltörn zwei Vortreffen durchgeführt, eines an jeder Schule. Dort haben wir nicht nur alle Mitsegler/-innen kennengelernt, sondern auch einen Eindruck der Schulen gewinnen können. Vor Ort haben wir in Erbach und Michelstadt Grundlagen für das Segeln gelernt, beispielsweise warum ein Stahlschiff schwimmt, ein kleines Segel-ABC (wichtige Wörter für den Alltag auf dem Schiff) und natürlich, wie man richtige Seemannsknoten macht.

Die Segelfahrt war ein sehr schönes Abenteuer für uns, welches wir so bald nicht wieder erleben werden und all das wäre ohne unsere Lehrer/-innen und die großzügige Unterstützung der Gert und Edina Silber-Bonz Stiftung nicht möglich gewesen. Danke dafür und "immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel".

 

Text: Schülerreporterin Tea Karapandža (SaS)